Definition Virtuelle Forschungsumgebung

 

Arbeitsgruppe „Virtuelle Forschungsumgebungen“ in der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ in der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen.


Eine virtuelle Forschungsumgebung ist eine Arbeitsplattform, die eine kooperative Forschungstätigkeit durch mehrere Wissenschaftler an unterschiedlichen Orten zu gleicher Zeit ohne Einschränkungen ermöglicht. Inhaltlich unterstützt sie potentiell den gesamten Forschungsprozess – von der Erhebung, der Diskussion und weiteren Bearbeitung der Daten bis zur Publikation der Ergebnisse - während sie technologisch vor allem auf Softwarediensten und Kommunikations-netzwerken basiert. Virtuelle Forschungsumgebungen sind wesentliche Komponenten moderner Forschungsinfrastrukturen.


Bemerkungen:


1. Virtuelle Forschungsumgebungen gewähren Zugang zu realen Forschungsressourcen, wie z.B. Daten, Analyse- und Bearbeitungswerkzeuge, wissenschaftliche Geräte und Dienste.

2. Eine virtuelle Forschungsumgebung muss nicht notwendigerweise von kooperierenden Einrichtungen sondern kann auch von einer einzelnen Einrichtung betrieben werden. Bei einer virtuellen Forschungsumgebung findet eine Kooperation in der Nutzung statt.

3. Die virtuelle Forschungsumgebung ist kein Hilfskonstrukt für Situationen, in denen sich der Wissenschaftler nicht an seinem Arbeitsplatz befindet. In einem solchen Fall würde man lediglich von einem Fernzugriff auf eine Forschungsumgebung sprechen. Medien zur Kommunikation zwischen Wissenschaftlern (z.B. Wiki, Videokonferenzen) stellen für sich noch keine virtuelle Forschungsumgebung dar.

4. Da sich eine virtuelle Forschungsumgebung von mehreren Orten aus verwenden lässt, ist im Allgemeinen auch eine parallele Verwendung durch verschiedene Wissenschaftler möglich. Ausnahmen bilden sich ausschließende Verwendungen von einzelnen Forschungsressourcen, wie z. B. einem Teleskop in der Astronomie.

 

Februar, 2011

 

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