Investitionen in die papierlose Informationsversorgung langfristig sichern

Presseinformation 21.06.2010

Gemeinsame Presseinformation der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen - Lassen sich wissenschaftliche Publikationen auch noch in 50 Jahren elektronisch abrufen? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Experten der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. Eine Studie gibt erste Empfehlungen für eine gemeinsame Strategie.

Forschung braucht Zugang zu wissenschaftlichen Quellen und Publikationen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der bestmöglichen Informationsinfrastruktur auszurüsten und eine digitale Forschungsumgebung zu schaffen, ist das Ziel der Schwerpunktinitiative »Digitale Information«. Diese soll die Möglichkeiten weiter verbessern, Informationen digital zu erstellen und auszutauschen, verfügbar zu machen und dauerhaft zu sichern. Dazu arbeiten die Mitglieder der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen an gemeinsamen Konzepten und Lösungen.
Einer von sechs thematischen Schwerpunkten der Allianz-Initiative ist die Frage des langfristigen Zugangs zu digitaler Information. 

Zum Beispiel werden allein an deutschen Hochschulen pro Jahr etwa 230 Millionen Euro in elektronische Fachzeitschriften und Literaturdatenbanken investiert. Vor allem Forscher aus Naturwissenschaft, Technik und Medizin greifen für ihre Recherchen hauptsächlich auf digitale Medien zurück. Das zunehmend rein digitale Angebot an Informationsquellen stellt die Wissenschaftsorganisationen damit vor die große technische und organisatorische Herausforderung, diese Inhalte dauerhaft über eine zuverlässige Infrastruktur verfügbar zu machen. Keine Institution oder Organisation kann diese Frage langfristig allein lösen. Daher begreift die Allianz der Wissenschaftsorganisationen das als eine gemeinsame Aufgabe und hat dazu eine Studie beauftragt, die die unterschiedlichen Szenarien für die deutsche Forschungslandschaft und vergleichbare internationale Aktivitäten untersuchen und bewerten soll. Die nun erschienene Studie »Dauerhaften Zugriff sicherstellen: Auf dem Weg zu einer nationalen Strategie zu Perpetual Access und Hosting elektronischer Ressourcen in Deutschland« beschreibt unterschiedliche organisatorische Modelle und technische Lösungsansätze, vergleicht diese auf Risiko, Aufwand und Nutzen und formuliert erste Empfehlungen. Die Studie dient als Grundlage für den weiteren Diskussions- und Entscheidungsprozess auf dem Weg zu einer gemeinsamen Strategie, um den dauerhaften Zugriff auf elektronische Ressourcen in Deutschland zu sichern.

Der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen gehören an:

  • die Alexander von Humboldt-Stiftung
  • der Deutsche Akademische Austauschdienst
  • die Deutsche Forschungsgemeinschaft
  • die Fraunhofer-Gesellschaft
  • die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
  • die Hochschulrektorenkonferenz
  • die Leibniz-Gemeinschaft
  • die Max-Planck-Gesellschaft
  • der Wissenschaftsrat

 
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