Virtuelle Forschungsumgebung

Beschreibung des Handlungsfeldes

Eine Virtuelle Forschungsumgebung (Virtual Research Environment - VRE) ist eine Arbeitsplattform, die eine kooperative Forschungstätigkeit durch mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an unterschiedlichen Orten zu gleicher Zeit ohne Einschränkungen ermöglicht. Inhaltlich unterstützt sie potentiell den gesamten Forschungsprozess – von der Erhebung, der Diskussion und weiteren Bearbeitung der Daten bis zur Publikation der Ergebnisse - während sie technologisch vor allem auf Softwarediensten und Kommunikationsnetzwerken basiert. Virtuelle Forschungsumgebungen sind wesentliche Komponenten moderner Forschungsinfrastrukturen und spielen eine entscheidende Rolle für die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Forschung. 

Perspektiven und Ziele 2013 bis 2017

Die Arbeitsgruppe widmet sich vier Aufgabenfeldern:

  1. Kartierung und Analyse. Aufbauend auf einer Umfrage und in Kooperation mit der DINI AG VFU werden die bereits existierenden Virtuellen Forschungsumgebungen beschrieben, standardisiert nachgewiesen und analysiert. Dies erleichtert einerseits den Forschungsverbünden die Nachnutzung bereits existierender Dienste und Werkzeuge und erlaubt andererseits in einer synoptischen Analyse, Gemeinsamkeiten und Besonderheiten zu identifizieren. Darauf aufbauend können z.B. Empfehlungen für die Ausgestaltung zukünftiger Förderprogramme abgeleitet werden.
  2. Überführung in den dauerhaften Betrieb. Es gibt zurzeit kaum Virtuelle Forschungsumgebungen, die bereits im Dauerbetrieb laufen. Ein Leitfaden für die Überführung in den dauerhaften Betrieb hilft dabei, existierende Finanzierungsmodelle aus anderen Bereichen (z.B. Datenzentren) hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf institutions- und länderübergreifend laufende Virtuelle Forschungsumgebungen zu untersuchen. Es werden Empfehlungen für den Wechsel einer Virtuellen Forschungsumgebung von der Aufbau- in die Betriebsphase, d.h. für ihre die Institutionalisierung, entwickelt. Lizenzmodelle und Abrechnungsmodelle werden dabei zunächst nicht berücksichtigt.
  3. Rechtliche Fragestellungen. In diesem Aufgabenfeld sollen rechtliche Fragestellungen, die mit neuen Organisationsformen und -typen verbunden sind (z.B. länderübergreifende Nutzung von landesfinanzierten Ressourcen etc.) präzisiert, Lösungsmöglichkeiten mit kompetenten Partnern entwickelt sowie entsprechende Umsetzungen angestoßen werden.
  4. Erfahrungsaustausch. Ein Erfahrungsaustausch zwischen laufenden Projekten, insbesondere die Bewertung von wesentlichen Faktoren für Erfolg und Misserfolg einer Virtuellen Forschungsumgebung wie Akzeptanz, Qualität, technologische und soziale Komponenten, wird mit einer Reihe themenspezifischer Workshops unterstützt, in deren Mittelpunkt die praktischen Erfahrungen der Projekte stehen.